YAESU TX Audio Equalizer

Viele neuere Yaesu Transceiver haben einen parametrischen Equalizer im Sendezweig eingebaut, der, wenn gut eingestellt, hervorragend funktioniert. Die Bedienung des YAESU TX Audio Equalizer ist aber nicht so einfach, man muss sich vorher unbedingt mit der Funktionsweise vertraut machen. Das Handbuch und das Internet kann hier wirklich helfen. Ich veröffentliche an dieser Stelle meine Einstellwerte als Anhaltspunkt. Selbstverständlich müssen die Werte bei anderen Mikrofonen angepasst werden, aber sie sind ein guter Ausgangspunkt.

Yaesu parametric EQ
Yaesu parametrischer EQ

Parametrischer EQ – Man hat drei Frequenzbänder zur Verfügung. Für jedes Frequenzband lässt sich die Frequenz, die Verstärkung bzw. Abschwächung und die Bandbreite (Güte) separat einstellen.

YAESU TX Audio Equalizer Menü Einstellungen

Diese YAESU TX Audio Settings sind für folgende Transceiver empfehlenswert.

FT-991, FT-991A, FT-950, FT-2000, FTDX-3000 und FTDX-5000 und FTDX9000. 

Alle obigen Geräte besitzen einen parametrischem TX Audio Equalizer im Sender Zweig.

Frequenz Verstärkung Bandbreite Kurve
151 TAUD EQ1 FRQ 300Hz 152 TAUD EQ1 LVL -15db 153 TAUD EQ1 BW 1 blau
154 TAUD EQ2 FRQ 700Hz 155 TAUD EQ2 LVL -10dB 156 TAUD EQ2 BW 1 hellblau
157 TAUD EQ3 FRQ 2600Hz 158 TAUD EQ3 LVL +5dB 159 TAUD EQ3 BW 1 gelb

Die Einstellungen des YAESU TX Audio Equalizer sind für EQ1-3 (ohne Prozessor) und PE1-3 (mit Prozessor) geeignet. Der Sprachprozessor ist bei guter Aussteuerung des Senders meines Erachtens nicht notwendig. Er verändert auch das Klangbild sehr stark.

YAESU TX Audio Equalizer
YAESU TX Audio Equalizer: Den resultierenden Frequenzgang der drei Audio Bänder erkennt man in der roten Kurve.

Die TX Bandbreite (Menüpunkt TX-BPF) ist bei mir optimal bei 200Hz – 2800Hz.

Die besten Audio Rapporte erhält man übrigens nicht mit dem Handmikrofon oder einem teuren Standmikrofon, sondern mit einem preiswerten Sennheiser Headset für unter 20 Euro.
Der Trick dabei? Immer gleichmäßiger, kurzer Sprechabstand. Umgebungsgeräusche sind deutlich leiser und werden zusätzlich durch die Noice Cancellation des Mikrofons kompensiert. Oder anders ausgedrückt. Weniger Raum aber dafür mehr direkt Signal. Und besser hören kann man mit einem Headset auch noch. 😉

Wird ein anderes Mikrofon verwendet, sollten obige Werte ein guter Ausgangspunkt sein. Am  besten vorerst nur mit dem Verstärkungspegel spielen und die Frequenzen und Bandbreite nicht anrühren. Die Frequenzen sind von mir bei verschieden Yaesu Transceivern erprobt worden (FT-950,FT-2000,FTDX-5000). Trotz intensiver Tests konnte ich keine bessere Einstellung finden. Ich, mit meinen Ohren und meinem Geschmack!

Unterschied Parametrischer EQ zu grafischem EQ

Parametrischer  EQ:

  • Frei einstellbare Frequenz bei der der Filter wirksam werden soll
  • Frei einstellbare Bandbreite des Filters
  • Frei einstellbare Anhebung/Absenkung der Filterwirkung

Grafischer EQ:

  • Feststehende Frequenz bei der der Filter wirksam wird
  • Feststehende Bandbreite des Filters
  • Frei einstellbare Anhebung oder Absenkung der Filterwirkung

Einstellung von Audio Equalizern im Allgemeinen

Allgemein ist folgende folgende Vorgehensweise empfehlenswert

Beim Parametrischen EQ alle Stufen auf maximale Bandbreite (BW1)

Tiefen

Zuerst den Bereich 0-800 Hz absenken. Die Höchste Dämpfung sollte bei 300 Hz liegen. Dabei verliert sich der muffige, dumpfe Klang automatisch und die Stimme wird präsenter. Wenn bei 80 – 120 HZ noch zu viel Bass in der Stimme ist, kann man das bei modernen Transceivern über die Sendebrandbreite einstellen. Verbraucht man einen EQ Pfad bei 100Hz, wird man m.E. bei einem 3Band EQ keine ausgewogene Modulation hinbekommen. Das kann man sich nur bei einem parametrischen EQ mit 4 oder mehr Bändern leisten.

Mitten

Da die Höhen und Mitten maskiert (versteckt) waren, wird das Klangbild von alleine angenehmer. Blechern klingt es immer dann, wenn die Mitten überwiegen. Ist das der Fall dann bitte bei 700 Hz mit großer Bandbreite (BW1) absenken.

Höhen

Ganz zum Schluss, und das ist wichtig, je nach persönlichen Geschmack, Höhen hinzugeben und dabei nicht übertreiben. Die Höhen werden ganz am Ende eingestellt, wenn das Klangbild schon gut klingt, als letztes Finetuning sozusagen.

Manche neigen dazu mit den Höhen anzufangen, weil die Modulation zu dunkel ist, und stellen die Höhen auf +20dB und stellen erschrocken fest:
„Ich brauch mehr Höhenverstärkung, der EQ is schrott“
Der Tipp vom Funkpartner lautet dazu passend:
„Probies mal mit nem Behringer EQ XYZ oder mit nem anderen Mike

Wo liegt der Denkfehler?
Ein EQ kann Frequenzen verstärken und abschwächen. Warum fangen wir also nicht damit an, alles unerwünschte auszufiltern, im Pegel abzuschwächen? Wenn bei einem Equalizer alle Stufen verstärken ist er falsch eingestellt und man hat das EQ Prinzip nicht verstanden.

Die natürliche Stimme auf Funk

Immer öfter hört man auf den Bändern Aussagen wie „Du klingst wie deine natürliche Stimme“ was eine gute Qualität der Aussendung bescheinigen soll. Aber wie kann das sein? Wie bitte schön soll man bei 2,7 kHz Bandbreite beim gegenüber an seinem Empfänger eine  „natürliche Stimme“ haben können? Ist es unser Ziel bei unserem Funkpartner wie mit unserer natürlichen Stimme gehört zu werden?

Nein, natürlich nicht.

Unser Ziel sollte sein, maximale Verständlichkeit unter allen Ausbreitungsbedingungen.

Und das geht nur mit einer ausgewogenen Modulation bei der kein Frequenzanteil überwiegt.

Der Frequenzbereich der männlichen Stimme mit ihren Obertönen beträgt etwa 80 Hz bis 12 kHz. Wir haben aber in SSB nur 2,7 kHz zur Verfügung. Demzufolge ist die Aussage „Du klingst wie deine natürliche Stimme“ Unfug. Denn am Funk und am Telefon kann man oft Vater und Sohn nicht unterscheiden. Weil eben wesentliche Frequenzanteile für die Personen Erkennung fehlen. Für die Sprachverständlichkeit, also den Inhalt über was gesprochen wird, sind 2,7 kHz absolut ausreichend. Man muss diesen schmalen Frequenzbereich nur richtig zu nutzen wissen. Ein Equalizer ist dabei immer die erste Wahl und hilft enorm.

Studiomikrofone und anderer Schnickschnack

Deshalb kann ich nur jedem davon abraten teure Mikrofone zu kaufen, die Enttäuschung wird direkt proportional zum Kaufpreis sein. Studio Mikrofone oder gar Neumann Mikrofone sind wie „Perlen vor die Säue werfen“ und haben an Funkgeräten nichts zu suchen. Wer keinen eingebauten Equalizer in seinem Transceiver hat, sollte besser hier investieren. Ein parametrischer EQ ist einem grafischen EQ immer überlegen und deshalb vorzuziehen. Mit einem parametrischen EQ erübrigt sich es, viele Mikrofone zu testen. Jede billig Elektret-Kondensatormikrofon-Kapsel ist geeignet.

Ein parametrischer Equalizer gibt dem Anwender die Möglichkeit, einen beliebigen Frequenzbereich zu definieren und diesen in der Lautstärke anzuheben oder abzusenken. Anstatt wie bei einem grafischen Equalizer vordefinierte, unveränderliche Frequenzbereiche zu bearbeiten, kann hier jede Frequenz genau eingestellt werden. Das gibt dem Anwender größere Flexibilität und Genauigkeit in der Definition des NF-Spektrums, um es genau an die Hörgewohnheiten und die akustische Umgebung anzupassen. So kann man unerwünschte, problematische Frequenzen begrenzen und die erwünschten Frequenzbereiche freilegen. Das ergibt üblicherweise ein deutlich wärmeres und angenehmeres Audiosignal. Durch die Hervorhebung einzelner Frequenzen wird die Verständlichkeit erheblich verbessert, das Signal klarer. Quelle: Wimo (Ich hätte es nicht besser schreiben können)

Der Screenshot stammt aus dem Programm:

FT2000RC – Remote control your FT-2000, FT-950 and FT DX 5000

Mit diesem Programm lassen sich obige Transceiver Fernbedienen, komfortabel im Menü stöbern sowie Einstellungen sichern.

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admin

begeisterter Funkamateur seit 1980

2 Gedanken zu „YAESU TX Audio Equalizer

  • 29. Juli 2018 um 23:22
    Permalink

    Hallo, warum werden die mitten immer mit 700 Hz und dann -10dB abgesängt. Da fehlt doch die Präsänz der Modulation. Ich habe mit meinem ftdx 5000 diese einstellung. 500, -9, 1. 1500, +7, 1. 3200, +9, 1. mit dieser einstellung hat das was mann braucht die Präsänz die Tiefen und schöne Höhen und die Mitten deshalb auch Präsänz aber wenn ich absänge in den Mitten kann nie eine Klare Modulation dabei rauskommen. Auch nicht bei 700Hz bleibt immer muffig. Ist meine meineung einfach mal versuchen und hören.

  • 31. Juli 2018 um 10:26
    Permalink

    Hi Tofaso alias DO5TOM,

    unsere Einstellungen sind ähnlich, du senkst bei 500 Hz ab, ich dafür bei 300 und 700Hz, du verstärkst bei 3200 Hz, was aber schon außerhalb der SSB Bandbreite liegt. Du erzeugst also an der oberen Bandgrenze einen starken NF Pegel, was sich negativ auf den IMD3 auswirken kann. Ich verstärke bei 2600 Hz, weil meine Bandbreite von 200-2800Hz eingestellt ist. Ich habe für mich meine perfekten Einstellungen gefunden, es ist ja auch abhängig vom Mikrofon. Alles andere ist Geschmackssache, und darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten.

    73 de Thilo DL9NBJ

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