Platzierung von Automatik-Tuner

Bei von Hand betriebenen Anpassnetzwerken ist die Frage der Platzierung einfach zu beantworten. Sie müssen im Shack stehen, sonst kann man sie nicht bedienen. Die Frage der Platzierung von Automatik-Tuner ist von weiteren Faktoren abhängig.

Wohin mit dem Automatik-Tuner?

Gibt es eine optimale Länge für die Speiseleitung?Elektrisch gesehen funktioniert ein Tuner an der Position am besten, wo er am wenigsten „arbeiten“ muss. Arbeiten heißt in diesem Fall, Kompensation der Blindwiderstände und Transformation des komplexen Widerstandes auf 50 Ohm reell . Alle Blindwiderstände haben parasitäre Verluste. Bei Kondensatoren sind es  Ohmsche und dieelektrische Verluste. Bei Spulen ist der Verlustbringer der ohmsche Widerstand. Man sagt das Spulen in der Regel den fünffach höheren Verlust besitzen als Kondensatoren.

Anpassung bei 160m

Bei einer 2x40m Antenne, welche auf 160m Resonanz ist, wäre der beste Platz für den Tuner bei diesem Band direkt an der Antenne. Der Tuner hätte ein leichtes Spiel und müsste nur zu den Bandenden hin wirklich „arbeiten“.

Anpassung bei 80m

Mit der gleichen Antenne schaut es auf 80m vollkommen anders aus, denn der Speisepunkt der Antenne ist hochohmig. Der Wirkungsgrad wäre im Vergleich zu 160m deutlich schlechter. Auf diesem Band macht der Tuner direkt an der Antenne nicht den bestenJob. Jedoch nach Lambda 1/4 * VK am Ende der Zweidrahtleitung hat man umgekehrte Impedanzverhältnisse. Hier haben wir auf 80m bei 3620kHz 56Ohm reell ohne Blindanteile. Die Hühnerleiter transformiert die hochohmige Impedanz Verlustarm auf R = 56Ohm ±J 0, heißt keine Blindanteil, bei einem SWR von 1:1.
Das gute SWR am Ende der Hühnerleiter ist kein Zufall, sondern durch Vorüberlegungen und arbeiten mit dem Antennen Analyzer gesucht.

Die Antenne habe ich ausgelegt für 160 und 80m. Mehr Wert lege ich auf 80m und möchte hier den höchsten Wirkungsgrad. Durch die λ ¼ Transformation und dem guten SWR hat der Tuner nur an den Bandenden wirklich „zu arbeiten“ und ist zugleich auf dem Dach für Wartungsarbeiten viel besser erreichbar als direkt am Mast bei der Antenne. Für mich der beste Platz, für die höheren Bänder habe ich andere Antennen.

Fazit

Ohne eine vorherige Messung der Impedanzverhältnisse den Automatik Tuner direkt an die Antenne zu schrauben kann funktioniert. Erst nach einer Messung kennt man die beste Position für den Tuner. Sie ist nicht immer direkt an der Antenne. Es gibt für jedes Band mindestens eine optimale Position.

Das gleiche gilt für Tuner bzw. Antennenkoppler im Shack. Hier ist der Standort fest vorgegeben.  An der Antenne durch Längenänderungen zu experimentieren ist aufwändig. Aber man kann die Länge der Zweidrahtleitung optimieren und hierdurch den Wirkungsgrad erhöhen. Vereinfacht kann man sagen, je weniger Induktivität der Tuner benötigt, desto besser wird die Antennenanlage funktionieren.

Bevorzugt man ein bestimmtes Band, dann kann man das System Antenne-Speiseleitung sogar soweit optimieren, dass der Tuner Aufgrund des guten SWR auf diesem Band, den Bypass aktiviert. Manche Tuner machen das. Nur sein eingebauter Balun ist elektrisch noch aktiv und sorgt für die Symmetrie auf der Leitung.

Nur wenn die Impedanz der Antenne reell oder mit induktivem Anteil ist, also
länger als Lambda ½ auf diesem einem Band, ist es sinnvoll das Anpassnetzwerk direkt an der Antenne zu betreiben. Ansonsten empfiehlt sich die Verlust ärmere Transformation mit Hühnerleiter.

Thilo

begeisterter Funkamateur seit 1980

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